02.07.2019, von Rico Welk

Waldbrand auf ehm. Truppenübungsplatz bei Lübtheen

Mehrere Einsätze bewältigte das THW Güstrow im Katastrophengebiet von Lübtheen.

Der größte Waldbrand in der Landesgeschichte des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern brach aus bislang unbekannten Ursachen am 29.06.2019 auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen aus. Dich die hochgradige Munitionsbelastung des Gebietes war es der Feuerwehr nicht möglich zum Brandherd vorzudringen. Der Brand dehnte sich immer weiter aus. Am Abend wurde in der Region der Katastrophenalarm ausgelöst.

 

Ebenfalls am Abend des 01.07.2019 wurde das THW in Güstrow in Alarmbereitschaft versetzt. Der erste Einsatzauftrag lautete, für die nachrückenden Einsatzkräfte ein Bereitstellungsraum 500 (BR500) auf dem Gelände der Kaserne in Hagenow aufzubauen.

Am Morgen des 02.07.2019 ging es für 12 Helfer des Ortsverbandes auf den Weg nach Hagenow. Gemeinsam mit anderen Helfern des THW wurden den gesamten Tag 40 Zelte aufgebaut. Anschließend wurden rund 400 Feldbetten aufgebaut.

 

Nach der Rückfahrt zum Ortsverband nach Güstrow erhielt die Fachgruppe Räumen (FGrR) einen Einsatzauftrag. Durch Bergepanzer der Bundeswehr wurden Wege und Schneisen im Waldgebiet geschoben. Um diese Wege für Feuerwehrfahrzeuge befahrbar zumachen wurde der Radlader angefordert. Dieser wurde noch am selben Abend verlastet.

Am 03.07.2019 verlegten 2 Helfer der FGrR nach Alt Jabel. Unter Anleitung der Bundesforst sowie der technischen Einsatzleitung begann die Fachgruppe kilometerlange Wege zu begradigen, zu befestigen und befahrbar zu machen. Während der Arbeiten wurden die Helfer durch den Munitionsbergungsdienst sowie Feuerwerker der Bundeswehr begeleitet. Jeder Weg wurde vor den Arbeiten auf Munitionsteile abgesucht. Nach drei Tagen wurden die Helfer aus Güstrow durch andere Ortsverbände abgelöst.

 

Am 12.07.2019 bekam die zweite Bergungsgruppe den Einsatzauftrag eine Pumpenstrecke sowie ein Wasserbecken aufzubauen. Die mittlerweile eingesetzten Wasserwerfer der Bundespolizei waren nicht in Lage direkt Wasser aus öffentlichen Gewässern zu ziehen.

An einem See wurde durch 3 Helfer ein etwa 9m³ fassendes Wasserbecken aus EGS-Teilen aufgebaut und mit Wasser befüllt. Durch einsetzenden Regen und durch massiven Löschwassereinsatz in den vergangenen Tagen waren am 14.07.2019 keine offenen Flammen im Einsatzgebiet mehr zu finden. Das Wasserbecken konnte wieder zurück gebaut werden.

 

Im gleichen Zeitraum wurde erneut die FGrR mit dem LKW-Kipper angefordert.

Der Kipper wurde zum Transport von Baumwurzeln genutzt. Um neue Brandschneisen zu schneiden wurden tausende Bäume gefällt. Die im Erdreich befindlichen Wurzelballen wurden mittels Bagger gelöst und dann auf den Kipper verladen und zu einem Sammelplatz gebracht. Am 19.07.2019 rückten die letzten Helfer aus Güstrow aus dem Einsatzgebiet ab.

 

 

944 Hektar verbrannter Wald

evakuierte Orte: Jessenitz ,Alt Jabel, Trebs, Volzrade

700 evakuierte Personen

3200 Einsatzkräfte

2 Löschpanzer

10 Bergepanzer

22 Wasserwerfer (8.767m³ Wasser abgegeben)

8 Hubschrauber

Brandgeruch bis nach Chemnitz wahrnehmbar


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